Am 12. Januar 2025 ist die fünfzehnte „Stunde der Wintervögel“ zu Ende gegangen! Der NABU und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) hatten Naturfreunde aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu beobachten. Im Mittelpunkt der Aktion standen vertraute und weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.
Mehr als 122.000 Vogelfreunde haben bundesweit ca. 2,7 Mio. Vögel in knapp 85.000 Gärten gezählt und gemeldet. Auffällig ist, dass deutlich weniger Amseln gesichtet wurden: im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 18 Prozent pro Garten. „Im vergangenen Sommer wurden uns viele kranke und tote Amseln gemeldet, die im Verdacht standen, mit dem Usutu-Virus infiziert gewesen zu sein. Das könnte dazu geführt haben, dass zur Vogelzählung weniger Amseln zu sehen waren“, so NABU-Vogelschutz-Experte Martin Rümmler.
Auch die beiden Spatzenarten ließen sich seltener blicken: Haussperling und Feldsperling liegen beide deutlich unter den Meldungen des Vorjahres. „Feldsperlinge gehören schon länger zu den Sorgenkindern, deren Bestände in den letzten Jahren regional deutlich abgenommen haben. Aber auch der Haussperling kämpft trotz seines ersten Rangs auf der Liste der häufigsten Wintervögel zunehmend mit den Konsequenzen städtebaulicher Maßnahmen. Als Gebäudebrüter ist er auf Nischen und Spalten angewiesen, die bei Sanierungen oft geschlossen werden.“
Kohl- und Blaumeisen, die wie die Spatzenarten zu den häufigsten Gästen an den Futterstellen gehören, machten sich ebenfalls etwas rarer. Die geringeren Meldezahlen pro Garten sind vermutlich den bisher milden Temperaturen geschuldet und bewegen sich im Rahmen der letzten Jahre. Sie spiegeln gut die größere Dynamik der Vogelwelt im Winter wider, die bei ausreichend Nahrung und wenig Kälte öfter auch den Gärten und Futterstellen fernbleiben.
Dafür wurden Kernbeißer doppelt so häufig wie 2024 gemeldet. Bergfinken tauchen sogar mehr als dreimal so häufig wie im vergangenen Jahr auf. Beide Arten ziehen im Winter auf der Suche nach Samen und Früchten in größeren Trupps umher. Dabei sind vor allem Bergfinken für ihre enormen Schwärme bekannt.
Im Main-Kinzig-Kreis wurden im Meldezeitraum in 476 Gärten 14.466 Vögel von 623 Vogelfreunden beobachtet und gemeldet. Auch hier ist ein ähnlicher Trend wie im bundesdurchschnitt zu erkennen. Auf den Plätzen 1 bis 5 liegen der Haussperling, die Kohlmeise, die Blaumeise, die Amsel und der Star. Leider sind auch hier die Zahlen für Haussperlinge und Kohlmeisen sowie Amseln stark rückläufig. Auch die Sichtungen von Feldsperlingen, die im Gegensatz zum Haussperling eine einheitlich braune Kopfplatte und weiße Wangen mit einem dunklen Wangenfleck besitzen sind mit Minus 9% gegenüber dem Vorjahr signifikant rückläufig. Die Gründe hierfür sind vermutlich vielfältig und bei weitem noch nicht alle geklärt. Helfen Sie mit, den Feldsperling zu schützen! Dokumentieren Sie Ihre Beobachtungen auf dem Meldeportal von NABU|naturgucker und tragen Sie so dazu bei, dass wir ein genaueres Bild vom aktuellen Bestand dieser Vogelart erhalten.
https://nabu-naturgucker.de/meldeportal/naturbeobachtungen-melden/feldsperlinge


Fotos: Maik Braun – Feldsperlinge, Nidderau-Eichen

Foto: Maik Braun, Haussperlinge, Nidderau-Eichen
Vielen Dank an alle Teilnehmenden, die am Wochenende so zahlreich Vögel gezählt und gemeldet haben.
Datenquelle: NABU
Wer mehr über diese Aktion erfahren möchte, der findet auf
https://www.nabu.de/news/2025/01/35775.html weitere Informationen.
Die nächste Vogelzählung findet mit der „Stunde der Gartenvögel“ vom 9. bis 11. Mai statt.
