23.05.2026: Bericht Vogelschutz Jugend „Der frühe Vogel“

Am 23.05.2026 startete ein kleines Experiment – wer trifft sich um 5 Uhr um gemeinsam durch die Streuobstwiesen von Windecken zu stiefeln? Insgesamt zu sechst liefen wir los. Schon gleich konnten wir einige Rehe und Feldhasen entdecken. Und auch die Vögelchen ließen uns nicht im Stich. Wir hörten neben dem doch sehr dominanten Zilzalp – der erstaunlicherweise im Vergleich zu seinem Ruf sehr klein ist – Dorngrasmücken, Ringeltauben, Blaumeisen, Kohlmeisen und zwischendurch auch den Mäusebussard. Amseln und Stare waren auch wieder von nah und fern zu hören.

Schön war auch die Aussicht, so konnte man Windecken und Heldenbergen gut sehen und von weitem den Frankfurter Fernsehturm. Den Neuntöter haben wir auch entdeckt, der ist ein Langstreckenflieger, d.h. er überwintert im südlichen Afrika und fliegen dann bis zu 8.000 km hierher. D.h. die Überwintern in Namibia, Botswana und Simbabwe – eine erstaunliche Leistung für diese 16-18 cm großen Vögel.

Manchmal war es gar nicht so einfach die Vogelstimmen auseinander zu halten. So gab die bewährte Merlin – App auch die Heckenbraunelle und die Singdrossel an. Da muss man manchmal vorsichtig sein – gesehen haben wir die Vögel nicht. Für etwas Aufregung sorgte ein großer Greifvogel der gemütlich auf einem Ast saß. Es brauchte ein paar Fotos und genaueres Hinschauen und recherchieren bis sich alle einig waren, das kann nur ein Schwarzmilan sein. Er ist größer als ein Mäusebussard und der Schnabel ist wesentlich mehr gebogen. Da es aber früh morgens war, konnten wir das nur auf den Fotos sehen. Der Turmfalke flog auch immer wieder seine Runden über uns und wir konnten seinen typischen Rüttelflug sehr gut beobachten.

Von weitem hörten wir schon die Pirole trällern. Sie haben einen sehr markanten Ruf. Wer ihn einmal gehört hat, vergisst ihn nicht. Und sie sehen auch wunderschön aus, aber man kriegt sie kaum zu Gesicht, so fliegen sie hoch in den Bäumen und verschmelzen mit dem gelbgrünen Blätterdach. Hier könnt Ihr mal reinhören wie sich so ein Pirol anhört: ♫ Pirol – Stimme / Gesang / Ruf hören

Goldammer und Grünfink posierten in der Sonne und zeigten sich von ihrer besten Seite. Die Spechte konnten wir gut hören. Doch im hohen Gras war insbesondere der Grünspecht schwer zu entdecken. Auf dem Rückweg konnten wir ihn aber ganz nah in einem Gartengrundstück entdecken. Dabei hörten wir auch den Turmfalken ganz nahe. Als er wegflog sahen wir, er hatte eine Beute und wir hatten Glück er setzte sich nicht weit von uns entfernt nochmal auf eine Baumspitze. Der männliche Falke hatte eine Maus in seinen Fängen, das konnten wir schön beobachten.

Das war dann unser Abschluss! Die Zeit verflog auch hier wie im Fluge und mit vielen neuen Eindrücken gingen wir alle nach Hause mit den Wissen, den ganzen Tag noch vor uns zu haben – es war halb neun – da stehen andere erst auf – das Experiment war gelungen. Vielleicht hat ja der eine oder andere noch einen Mittagsschlaf gemacht. 😊

Gabi Heiliger, Jugendwartin

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Vogelschutzgruppe Eichen 1988 e.V.
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